Via Monterosso nach Vernazza

Dass die Wanderungen an der Cinque Terre sehr vielfältig sind glaube ich zu
genüge erwähnt zu haben.
Eine davon ist das sehr beliebte Teilstück von Monterosso nach Vernazza.
Wer fit ist kann vom Campingplatz Aqua Dolce direkt über mehrere Routen
nach Monterosso wandern und von dort weiter nach Vernazza.
Da wir diesen Abschnitt schon vor Tagen begangen haben fuhren wir mit
dem Zug nach Monterosso, das wiederum dauert keine 5 Minuten.
Ja und dann ging sie los und wir mitten drin, die Invasion auf Vernazza.
Tatsächlich kamen wir uns vor wie Soldaten der „Andrea Doria“ die um
1400 die Region den Erdboden gleich machten.
Denn gar viel anders sah die nicht enden wollende Menschenkette zur
Erstürmung dieses Dorfes aus.
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Es erweckte den Eindruck dass alle die an der Cinque Terre eine Unterkunft
hatten sich hier unaufgefordert treffen müssen. Heute unbedingt Heute!
Einige von ihnen gingen sogar mit ähnlichem Schuhwerk(Flip-Flops)
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wie zur Jahrhundertwende diesen steinigen zum Teil sehr steilen Weg entlang.
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Wegen diesen Zeitgenossen wird die Cinque Terre nach Regen immer wieder
gesperrt da es zu gefährlich ist mit solchen Zehentretern zu wandern.
Die Rüstung wurde ersetzt durch eine Badehose und als Waffe kam ein iPhone
zum Einsatz. Mit diesem Gerät wurde jegliches Hindernis weg fotografiert.
Als ich den mir fremden Vordermann fragte warum wir uns nicht gleich alle
an die Hände nehmen und unseren Namen tanzen schaute er mich sehr kriegerisch
an in murmelte mir, ich glaube es war russisch, böse klingende Worte entgegen.
Wir standen teilweise so nahe das ich diverse Pickel und Muttermale am Nacken
meines vor mir watschelnden Russen zählen konnte.
Wenn ich mich nicht irre meinte ich 21 Stück erspäht zu haben.
In einem günstigen Moment als der Russe zum zigsten male seine „Waffe “ zog
um ein Motiv zu erlegen, drückten wir uns an der Felswand an ihnen vorbei.
Ja Ihnen, denn sie waren zu zweit doch seine weibliche Begleitung hatte nur
wenig zu sagen trotz ähnlicher Beschlagung an den Füßen.
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Kurze Zeit späterer hörte ich erneut ein russisches fluchen, ich denke mal
dass er sich (endlich) den Zeh an einem Fels gestoßen hatte. Seis drum.
Nach einer Biegung konnten wir es kaum fassen, auf 30 Meter war kein
Mensch zu sehen. Prompt ist mir ein Lied eingefallen das ich grinsend vor mir her summte.
„zehn Meter geh mei is des schee…kein Touriarsch hindert uns am Marsch „
So ca. 1.5 Stunden dauerte der Gänsemarsch zur Bastion. Die Ortschaft ist eine
wahre Augenweide für jeden verliebten und für uns verheirateten 🙂
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Kleine Gassen, jede Menge Restaurants und Kitschläden. Vor allem letztere lassen
Asiatenherzen schneller schlagen.
Wir gönnten uns nur ein Bier und Gnocchi mit Tomatensoße, und die waren
sowas von ekelhaft, ein echter Reisender kennt wohl kein Schmerz.
Kurz noch auf dem Turm gelatscht und schon saßen wir im Zug zurück Richtung
Levanto. Da es heute einen Geburtstag zu feiern gab beschenkte ich mich am Abend
mit einem drei Gänge Menü.
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Verdient ist verdient.
Randvoll bis oben hin legte ich mich in den Stuhl und fragte meine neue Freundin
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was wohl aus den Russen geworden ist.

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