Punta der Sehnsucht

So ein Herbsttag erzeugt bei mir auch jetzt noch beim Schreiben Gänsehaut und
treibt mir Tränen der Wehmut in die Augen. Das sind die Tage im Leben für die sich
all die Mühe unter dem Jahr lohnt. Man öffnet die Tür vom Wohnmobil und spürt
das etwas ganz Besonderes in der Luft liegt. Der leichte Dunst über den See, die
schon etwas gelb roten Blätter von den Platanen und die immer grünen
Olivenbäume werden von der wärmenden Sonne ins rechte Licht gerückt.
Ich strecke mich um nehme einen tiefen Atemzug von dieser magischen Luft.
Ich freue mich auf den Tag


Wie immer beginnen wir den Tag mit einem ausgedehnten Frühstück.
Die zweite Hälfte der Honigmelone mit Parmaschinken und frische Ciabatta
mit Marmelade oder Nutella lagen auf dem Tisch zum Verzehr bereit.
Dazu frischer Kaffee und ein Glas Orangensaft. Inmitten des Colazione legten
wir unseren Tagesplan fest der, wie sich später rausstellte, als virtuos zu
bezeichnen sehr untertrieben war.
Wie jedes Mal, wenn wir am Lago sind wandern wir zum Punta San Vigilio.
Eine kleine Landzunge 5km nördlich von Garda die wunderbar zu Fuß
zu erreichen ist. Trotz meiner lädierten Lendenwirbel entschloss ich mich
den Weg zu gehen, weil ich ihn so liebe und ich wurde dafür mehr als belohnt.


Wenn ich doch nur Malen könnte, ein Foto hält nur den Zeitpunkt fest ein
gemahlenes Bild erzählt eine, deine Geschichte dazu.
Dieser Fleck am Lago ist etwas ganz Besonderes.


Gerade jetzt im Herbst sind die Lichtverhältnisse hier am Punta sagenhaft vielfältig
und kunterbunt. Das Wasser vom Lago funkelt und flimmert im warmen
Sonnenschein und dieser beleuchtet die immer brauner werdenden Blätter.
Je nach Lichteinwirkung verändern sich die Landschaftsfarben von einem
milden Gelb zu zartem beige bis zu glutroter Färbung.


Selten gibt es so Tage die alle Sinne berühren und Adrenalin, Dopamin und
das Endorphin auf Anschlag bringen. Im Rausch der Hormone inhaliere ich
diese atemberaubende Umgebung. Einige Passanten sahen mich fragend an
obgleich meines Grinsens, ja ich war benebelt von dieser Kulisse.


Am Punta San Vigilio grinste ich weiter denn hier wird es sehr ruhig,
obwohl viele Touristen ein und ausgehen wirkt es sehr ruhig. Ich fühle
mich wie in einer Filmszene mit unterschiedlichsten Akteuren die irgendwie
zu dieser Szenerie gehören.


Da sind die Neureichen die mit einem Sektkübel flankiert am Eingang sitzen
und mit Erdbeeren dekoriert ein wenig Cote d’Azur parodieren.
Dann gibt es den echten Geldadel der sich von einem hoteleigenen
Boot-Shuttle-Service von ihrer nahen geankerten Yacht abholen lassen um immer
an dem selben reservierten Tisch ihr Mittagessen zu genießen. Und dann gibt es
den gebührenden Rest wie uns der sich zu keiner Zeit ausgeschlossen
fühlt, sondern das Tüpfelchen auf dem „I“ dieser Bühne ist.


Ich denke es liegt am Gesamtbild dieser Lokalität, uralte Gemäuer
umrahmt von den leisen Wellen des Lagos, die Menschen die dort arbeiten
bei deren Wortschatz Eile und Hast keine Übersetzung finden und natürlich
die Hauptdarsteller, wir und die Besucher aller Nationen.
Dort setzen wir uns immer an einen kleinen verträumten Tisch an der
Hauswand, trinken Bier oder Wein und genießen das was wir so schätzen
gelernt haben, das Leben. Ich glaube ich schmunzle schon wieder.
Vollgesogen mit positiver Energie machten wir uns auf den Rückweg und
waren glücklich. Ja wir sind glücklich für das Glück so ein Leben leben zu dürfen.

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Punta

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Aussicht: 45.578166, 10.694357

 

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