Ja ich war 12 Teil 2 und Caorle heute

Endlich oben, auf dem Berg, auf dem Zirler Berg.
Der Parkplatz glich einem mit Joints vollgepumpten Altsiebzigern
die ungeniert vor sich hinrauchten.
Doch dabei handelt es nicht um langhaarige Hippies, sondern
um alte Käfer, Granada, Asconas und CV4. Wer von der jungen
Generation wissen möchte was und wen ich hier als Altraucher bezeichne
der möge doch bitte diese Namen Googeln oder Wikipetern.

Unser leicht überladene Opel leistete die Herausforderung mit Bravour.
Caorle wir können kommen.
Nach weiteren vier Stunden Fahrt wurde mir bewusst, dass es wirklich
nach Italien geht. Sobald wir die österreichischen Berge hinter uns gelassen
hatten wurde der Himmel blauer die Sonne heller und die Temperaturen
wärmer. Ich rutschte unruhig auf der Rückbank hin und her, ich konnte
es kaum erwarten den Strand und das Meer zu sehen. War schließlich mein
erstes Mal, wie so vieles in dem Urlaub mein erstes Mal sein sollte.

Ähnlich ging es unserem Hausschwein „Nelli“, ja Nelli hieß der Hund
der mit den kurzen Beinen und dem Hängebauch immer darüber konkurrierte
wer zuerst den Boden berühren dufte.

Caorle stand auf dem Schild das für mich den Eingang der Glückseligkeit
markierte. Ich meine auf einem der unzähligen Werbeschilder unser Hotel
Sorriso entziffert zu haben. Wie eine Allee standen da tausende der Werbetafeln
und bildeten Spalier in Richtung Toutonengrill.
Ja dann war es soweit, Vater rangierte den Rekord auf den Hotelparkplatz.
Der Chef, der Papa meiner großen italienischen liebe, was ich in diesem
Moment noch nicht wusste, dirigierte meinen Vater in eine Parklücke bei
der ich dachte „sind wir in den Ferien oder sind wir ausgewandert“.
Salopp meinte Antonio „mussa machen Platz für viele andere Ragazzi“
Da kommen wir nie mehr raus.

Kaum hatte ich meine Tasche aus Bergen gehäkelter Decken gezogen sah
ich auf der Treppe ein Mädchen stehen wie ich sie in all den zwölf Jahren
noch nie gesehen hatte. Diese Augen diese Espressoschwarzen Augen.
Solche Augen gab es in meiner Welt nicht. Sie sah mich tiefgründig an und
ich wurde sofort zu Stein. Alles um mich herum verstummte nur meine
Gedanken und ihr Blick waren das was ich noch fähig war wahrzunehmen.
Und die Stimme ihres Papas der mich mit dem Satz
„Rosa, Andiamo rapido“ unsanft aus meinen Träumen riss.

Dies war der entscheidende Tag in meinem Leben in dem sich meine
Hormone von Lust auf Sandburgenbauen auf Lust für Mädchen umorientierte…..
weiter geht es mit Teil 3

 

Caorle heute

Es gibt Dinge im Leben da will man nicht das sie sich ändern und so ein
Ding ist Caorle. Wie so vieles in Italien hat sich auch Caorle seinen Charme
bewahrt. Der Campingplatz ist, bis auf ein par Nuancen, unverändert.
Überwiegend das gleiche Personal die gleiche Anmeldeprocedere wir vor
20 Jahren und teilweise auch die gleichen Gäste wir vor zwanzig Jahren.
Wenig, sehr wenig hat sich geändert und das ist verdammt noch mal gut so.
Nicht immer bringen Veränderungen auch Verbesserungen, nein hier will
man das nicht und darüber bin ich sehr froh

caorle_stadt

caorle_strand

 

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