Ja ich war 12 Teil 1

Ja ich war 12..zwölf als ich mich verliebte, in eine Italienerin Namens Rosa.  Rosa, was für ein Name für ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren und ebenso schwarzen Augen. Heute verbindet man diese Farbe eher mit blonden ADHS aktiven Katzenbergers. 

Doch für mich war sie die einzige und bestimmt das letzte Mädchen meines Lebens. Ihre Wimpern bildeten den Rahmen eines Blickes der in mir unbekannte Gefühle weckte. Sie sah mich an diesem Tag nur einmal an und ich wusste Italien wird die Wurzel meiner Pubertät. Rosa war eines der Töchter des Hoteliers vom drei Sterne Hotel Sorriso. 

Ja auch damals gab es schon Sterne und keiner wusste, so wie heute, was sie bedeuten.Eine typische Bettenburg so wie sie es heute noch gibt jedoch war sie damals die erste Wahl vieler deutscher Arbeiter. Mein Vater musste etliche Überstunden leisten um mit der Familie eine Woche Bibione zu ermöglichen. Mit seinem Opel Rekord sind wir mit vollbepackten Dachständer Richtung Süden aufgebrochen

Damals war der Besitz eines Autos in der Familie noch etwas einmaliges und heute? Heute hat eine 4 Köpfige Familie vier Autos ohne auch nur ansatzweise dessen Geschichte bewusst zu sein. Viele der jetzigen Erwachsenen wurden in dieser Errungenschaft gezeugt. 

Mein Vater putze und polierte den Lack und das Chrome mit viel Hingabe weil er wusste das diese Investitionen mindestens die nächste zehn Jahre halten muss. Und dann ging es los, früh um zwei drängten wir uns zu fünft zwischen selbst gehäkelten Decken und einem Hund der als Hausschwein durchgeht, ins Auto. Zwei Uhr deshalb weil selbst damals schon mit Stau zu rechnen war aber nicht auf den Autobahnen sondern vor dem Zireler Berg, dem Nadelöhr Richtung Süden. 

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