Flüchtlinge am Gardasee

Eine Satire die man ernst nehmen kann jedoch nicht muss aber dennoch sollte.

Die Spanier spielen ein unfaires Spiel mit Italien. Sie lassen Sie alle ausreisen,
die Rentner, das Ziel, der Gardasee. Belgier, Holländer, Dänen und vor allem
Deutsche. Da kommt dem rhythmischen Flamencoklatschen eine ganz neue
Bedeutung zu. Ich meine so etwas wie frenetischen Applaus seitens der Spanier
zu vernehmen., jedoch nicht als Willkommensgeste sondern eher auf ein
freudiges auf Nimmerwiedersehen Das muss einem doch spanisch vorkommen
wenn man hier die Ansammlung Sanatoriumsbezugsberechtigter Pensionisten
sieht. Die Überwinterplätze an der Costa Brava müssen sowas von leer gefegt
sein. Die armen Italiener, erst Lampedusa und jetzt der Gardasee.
Der einzige Unterschied zwischen echten Asylanten besteht darin das diese
zittrigen Gesellen ihre Container, überwiegend in Weiß, selbst mitgebracht haben.
Wir haben das Glück in Mitten einer solchen Auffangstation zu stehen.
Von dem Eigner aus dem Hymer leicht vorne links ist ständig ein leichtes
hochziehen der Nasenflüssigkeit mit einem anschließenden schweinegrunzendem
Geräusch zu vernehmen.
Der ganz rechts stehende Nachbar, ich denke der müsste so um die achtzig sein,
atmet ähnlich geräuschvoll jedoch durch die altmodisch vergilbte aus den
Vierzigern stammende Badehose. Ihn scheint dies weniger zu stören weil er eh
nichts mehr hört oder sieht. Apropos hören, der gegenüber wohnende Kollege ist
sowas von Taub das wir das tägliches Gespräch mit seiner ebenso tauben Gattin
lautstark beiwohnen dürfen. Sein direkter Nachbar scheint indes ein Sprachtalent
zu sein, so dachte ich anfangs zumindest, bis ich optisch feststellen durfte das sein
hochdeutsch ohne Gebiss extrem osteuropäisch klingende Wortlaute zum Vorschein
brachten. Allerdings haben alle mobilen Altenheimbewohner etwas gemeinsam….
ein E-Bike oder besser ausgesprochen, einen akkubetriebenen Rollator.
Denn diese, von der Pharmaindustrie gesponserte und von der Krankenkasse
finanzierten Gehhilfen, werden für das tägliche Geschäft ausgiebig genutzt.
Sei es um das Geschirr zum Abspülen zu Transportieren oder der leidgeplagten
Blase Erleichterung zu verschaffen. Bekanntermaßen ist diese im Alter sehr häufig
zu entleeren sodass sich witziger weise der Akku im Verhältnis synchron verhält.
zwölf Mal Blase leeren ergibt einen leeren Akku. In diesen zwei Stunden in dem
der Akku aufgeladen wird kehrt eine gespenstische Ruhe ein.
Bis plötzlich aus dem Campingplatzlausprecher eine besonders Laute Stimme
erklingt die erfreulich in drei Sprachen verkündet dass nun die Ärzteschaft
eingetroffen ist. Respekt wie schnell die Italiener ihr Angebot an die neuen
Fremden angepasst haben. Früher gab es Animation jetzt Reanimation.
Ab 20.15Uhr wird es, dank Tageschau, ruhig am Platz. Dann legt sich ein leichter
Nebel um das Lager….Böse Zungen behaupten es ist kein Nebel sondern Weihrauch.

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